Ein dysreguliertes Nervensystem zeigt sich im ganzen Körper. Es beeinträchtig unsere Gedanken, Gefühle, unser Verhalten und unser tieferliegendes Empfinden von Sicherheit, Verbindung und Freude. Mit einem dysregulierten Nervensystem haben wir grundsätzlich weniger Energie, fühlen uns schnell erschöpft, kommen nie so richtig zur Ruhe und reagieren sehr emotional.
Was schnell als Sensibilität, Einbildung oder Volkskrankheit "Stress" abgetan wird, hat häufig einen gemeinsamen Ursprung. Nämlich ein Nervensystem, das aus dem Gleichgewicht ist, weil es über längere Zeit zu viel tragen musste. In diesem Artikel erfährst du typische Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem.
Das Wichtigste in Kürze
Körperliche Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem
1. Anhaltende innere Unruhe: Mit einem dysregulierten Nervensystem hast du das Gefühl nie zur Ruhe zu kommen, als wärst du ständig unter Strom.
2. Herzklopfen und erhöhter Blutdruck: Plötzliches Herzklopfen, Herzhüphen und ein erhöhter Puls können Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem sein.
3. Flache, unregelmäßige Atmung: Wenn das Nervensystem unter Stress ist, flacht die atmung ab, teilweise hältst du auch vor Anspannung unbewusst die Luft an.
4. Häufiges Seufzen und Gähnen: Mit Seufzen und Gähnen versucht der Körper Spannungen und Übererregung loszuwerden. Beides beruhigt und löst innere und körperliche Anspannung.
5. Muskelverspannungen: Die innere Anspannung zeigt sich auch in den Muskeln. Besonders in der Nackenmuskulatur, im Kiefer und Rücken, oder im Iliopsoas - der "Weglaufmuskel" an der Hüfte, der dafür verantwortlich ist dein Bein zu heben.
6. Zähneknirschen und Kieferpressen: Ein typischer Ausdruck von innerer Anspannung und Überreizung zeigt sich im Kiefer durch das Zusammenpressen oder Knirschen der Zähne.
7. Zittern und Beben im Körper: Die innere Unruhe die ein dysreguliertes Nervensystem mit sich bringt fühlt sich im Körper an wie ein dauerhaftes, leichtes Zittern oder Beben. Ein bisschen wie, wenn du zu viel Kaffee getrunken hast.
8. Kalte Hände und Füße: Wenn der Körper im Alarm-Modus ist, werden Hände und Füße weniger durchblutet und bleiben deshalb kalt. Denn bei Gefahr sind warme Finger für Kampf, Flucht und Totstellen egal.
9. Schwitzen ohne körperliche Anstrengung: Gleichzeitig mit kalten Füße und Händen kann vermehrtes Schwitzen auftreten. Denn bei Stress fährt der Körper hoch, um schnell reagieren zu können.
10. Magen-Darm-Probleme: Innere Unruhe und Stress sorgen für Übelkeit, Durchfall und/ oder Verstopfung.
11. Appetitlosigkeit oder Heißhunger: Stress schlägt sich nicht nur auf die Verdauung, sondern mindert auch den Appetit und föärdert Heißhungerattacken.
12. Chronische Erschöpfung: Wenn dein System im Dauerstress ist, ist das für deinen Körper wahnsinnig anstrengend. Ein dysreguliertes Nervensystem ist ein absoluter Energie-Killer.
13. Schlafstörungen: Wer kennt' s nicht - bei einem überreizten Nervensystem und anhaltender Anspannung fällt das Ein- und Durchschlafen schwer. Etwas das die Nerven noch mehr strapaziert.
14. Kopfschmerzen und Migräne: Kopfschmerzen und Migräne sind häufige Anzeichen dafür, dass das Nervensystem dauerhaft übererregt ist.
15. Schwindel und Benommenheit: Ein dysreguliertes Nervensystem kann sich auch in Schwindel und Benommenheit zeigen. Mir selbst war in einer erhöhten Stressphase geschlagene 6 Wochen lang Schwindelig. - Ich hab mich im Liegen, Sitzen, Laufen einfach immer so gefühlt, als käme ich gerade von einer langen Seefahrt.
16. Erhöhte Schmerzempfindlichkeit: Im Alarm-Modus werden Reize vom Körper schneller als Gefahr interpretiert und Schmerzen werden stärker empfunden.
17. Häufige Infekte und langsame Erholung: Ein dysreguliertes Nervensystem schwächt dein Immunsystem. Fortlaufende Infekte und langsame Genesung sind die Folgen.
Emotionale Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem
18. Erhöhte Reizbarkeit: Für andere ist es nur eine harmlose Frage oder kleine Bemerkung, für ein dysreguliertes Nervensystem können vermeintliche Kleinigkeiten wie Öl sein das ins Nervensystem-Feuer gegossen wird.
19. Schnelle Überforderung: Da die Reizverarbeitung bei einem dysregulierten Nervensystem eingeschränkt ist, verfällt das ganze System schneller in den Stress-Modus.
20. Plötzliche Stimmungsschwankungen: Mit einem überreizten Nervensystem können Emotionen nicht mehr stabil reguliert werden.
21. Gefühl von innerer Leere: Als Schutzreaktion kann sich ein Gefühl von innerer Leere einstellen, in der die eigenen Emotionen als gedämpft empfunden werden.
22. Angst und Sorgen: Im Daueralarm fallen Ängste und Sorgen auf einen nahrhaften Boden, denn das innere Alarm-System läuft auf Hochtouren.
23. "Zu viele" oder "zu wenig" Gefühle: Manche Menschen empfinden zu wenig oder zu viele Gefühle, wenn ihr Nervensystem überreizt ist, denn der Körper wechselt zwischen Überregung und Abkapselung.
24. Weinen ohne klaren Auslöser: Der Körper entlädt sich durch Weinen.
25. Gefühl emotionaler Taubheit: Ist das Nervensystem überreizt, schützt es sich manchmal vor der Überforderung durch ein Gefühl von Abgeschnitten-sein. Die emotionale Verarbeitung wird blockiert, man fühlt nichts, obwohl man weiß, dass da etwas sein müsste.
26. Schwierigkeiten Freude zu empfinden: Sind Stresshormone dauerhaft erhöht, wird das Belohnungssystem gedämpft und positive Reize lösen kaum spürbare Freude aus.
27. Schreckhaftigkeit: Befindet sich das Nervensystem in erhöhter Alarmbereitschaft, werden Reize schneller als potenzielle Gefahr interpretiert. Reflexe wie Zusammenzucken und Erschrecken springen schneller und stärker an als üblich.
28. Scham- oder Schuldgefühle: Die Selbstbewertung wird bei einem dysregulierten Nervensystem negativer, denn das System versucht durch Selbstkritik soziale Risiken zu vermeiden. Scham- und Schuldgefühle gehen damit Hand in Hand.
29. Anhaltende Anspannung: Ist das Nervensystem überreizt, stellt sich ein Gefühl ein ständig "unter Strom zu stehen". Der Sympatikus bleibt dauerhaft aktiv und ein Gefühl von innerem getrieben sein entsteht.
30. Überreaktion auf Kleinigkeiten: Die Reizfilterung ist eingeschränkt, weshalb Kleinigkeiten schnell überfordern können und eine stärkere emotionale Reaktion auslösen.
31. Starkes Bedürfnis nach Kontrolle: Wenn innere Sicherheit fehlt, entsteht ein Wunsch nach mehr Kontrolle, die Stabilität vermittelt.
32. Rückzug von anderen Menschen: Soziale Interaktionen werden mit einem überreizten Nervensystem als anstrengend und überfordernd erlebt, weshalb sie häufig vermieden werden.
Mentale und kognitive Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem
33. Gedankenkreisen und Grübeln: Das Gehirn versucht mit Gedankenkreisen und Grübeln Sicherheit herzustellen.
34. Katastrophendenken: Ist das Nevernsystem dysreguliert, ist auch die Gefahreneinschätzung verzerrt, denn Stress dominiert die Wahrnehmung und Situationen werden automatisch negativ interpretiert.
35. Ständige innere Alarmbereitschaft: Mit einem Gefühl von "ich muss auf der Hut sein" versucht der Körper reaktionsfähig zu bleiben. Ruhemomente werden als unsicher und potenziell riskant empfunden.
36. Vergesslichkeit: Dauerstress wirkt sich auf den Hippocampus aus. Informationen werden schlechter gespeichert oder abgerufen.
37. Mentaler Nebel: Da bei einem dysregulierten Nervensystem ein Großteil der Energie für die Stressverarbeitung genutzt wird, bleibt wenig Kapazität für Denken, Fokus und Kreativität. Ein nebeliges Gefühl, Brain Fog, kann die Folge sein.
38. Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen: Ein überlastetes Nervensystem schützt sich vor Unsicherheit. Entscheidungen fühlen sich bedrohlich an und fallen deswegen schwer. Sie werden aufgeschoben oder abgegeben
39. Gefühl nie richtig abschalten zu können: Der Parasympatikus, der Teil im Gehirn, der für Erholung zuständig ist, kommt nicht ausreichend zum Zuge, weshalb gedanken und innere Anspannung auch in Ruhephasen bestehen bleibt.
40. Übermäßige Selbstkritik: Als Schutzmechanismus und Kontrollversuche, entsteht eine erhöhte Selbstkritik, um soziale Ablehnung zu vermeiden.
Verhaltensbezogene Anzeichen für ein dysreguliertes Nervensystem
41. Vermeidung überreizender Situationen: Überreizende Aktivitäten und Orte, wie öffentliche Verkehrsmittel und Menschenmassen, werden vermieden, um weitere Überreizung zu verhindern, schränken aber den eigenen Handlungs- und Lebensraum ein.
42. Perfektionismus: Bei einem dysregulierten Nervensystem kann Perfektionismus als Strategie aktiver gelebt werden, um ein Gefühl von Kontrolle zu erzeugen und Kritik oder Ablehnung zu vermeiden.
43. Überanpassung: Um Harmonie und Sicherheit im Außen zu erzeugen, passen sich Menschen mit einem dysregulierten Nervensystem im eigenen Verhalten häufig stark an ihre Mitmenschen an.
44. Übermäßiger Konsum: Essen, Scrollen, Arbeiten und andere Aktivitäten werden genutzt, um kurzfristig Dopamin oder Beruhigung zu bekommen, ersetzen aber keine echte Regulation.
45. Schwierigkeiten Grenzen zu setzen: Bei einem dysregulierten Nervensystem ist die eigene Belastungsgrenze erreicht und die Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse abgeschwächt. Deshalb fällt es schwerer zu erkennen, wann persönliche Grenzen überschritten werden.
46. Starker Wunsch nach Rückzug und Alleinsein: Sozialer und emotionaler Rückzug dient der Reizreduktion und der Reduktion von Anforderungen.
47. Konflikte werden vermieden oder eskalieren schnell: Mit einem dysregulierten Nervensystem können soziale Spannungen schlechter gehändelt werden, weshalb Konflikte häufig vermieden werden oder starke emotionale Reaktionen auslösen.
48. Gefühl ständig funktionieren zu müssen: Das Leben im Überlebensmodus rpckt die Pflichterfüllung in der Vordergrund. Genuss und freudige Erlebnisse treten in den Hintergrund und erzeugen ein Gefühl von "ich funktioniere nur noch statt zu leben".
Tieferliegende Empfindungen bei einem dysreguliertes Nervensystem
49. Gefühl von Unsicherheit im eigenen Körper: Die Wahrnehmung innerer Körpersignale (Interozeption) ist häufig gestört, wenn das Nervensystem im Stress ist, und löst ein Gefühl von Körperfremdheit oder Unsicherheit aus.
50. Verlust des inneren Zeitgefühls: Ein dysreguliertes Nervensystem beeinflusst die Zeitwahrnehmung. Erlebtes kann sich vermischen, unrealistisch anfühlen und die zeitliche Einordnung kann vermindert sein.
51. Gefühl nie wirklich präsent "da" zu sein: Der innere Alarmmodus beansprucht das Gehirn fortlaufend, sodass das Gefühl entsteht nie vollständig im Moment verankert zu sein.
52. Starkes Bedürfnis nach Sicherheit und Bestätigung: Da das System ständig auf der Suche nach Sicherheit ist, sucht es Kontrolle und Bestätigung von andern, was beruhigend wirkt, aber nicht lange anhält.
53. Gefühl keinen inneren Anker zu haben: Mit einem dysregulierten Nervensystem fehlt innerer Halt und Orientierung.
54. Selbst schöne Dinge sind anstrengend: Bei Dysregulation wird viel Energie verbraten, weshalb sich auch schöne Dinge ermüdend anfühlen können.
55. Grundempfinden von innerer Getrenntheit: Langanhanltende Dysregulation kann ein Gefühl von Entfremdung entstehen lassen. Ein Gefühl, vom Leben oder sich selbst getrennt zu sein.
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