Einer meiner großen Zirkuslieben heißt "Tanzakrobatik". Mich hat sie in meiner Zirkuspädagogik-Ausbildung so sehr gecatcht, dass ich sogar meine Dozentin überreden konnte, die Abschluss-Show mit einem Tanzakrobatik-Solo zu absolvieren. Was genau die Tanzakrobatik ist, weshalb ich sie so sehr feiere, und wie du easy in die Tanzakrobatik einsteigen kannst, erfährst du in diesem Blogartikel.
Was ist Tanzakrobatik?
Die Tanzakrobatik ist einer meiner absoluten Lieblingsdisziplinen im Zirkus. Sie verbindet tänzerische Bewegungen mit akrobatischen Elementen. Mit diesem Mix aus dynamischen und statischen Figuren entsteht eine wunderbare Fusion aus Zirkuskunst und zeitgenössischem Tanz. Die Bezeichnung Tanzakrobatik ist noch nicht weit verbreitet. Gleiche und ähnliche Bewegungsformen, die teilweise synonym verwendet werden sind:
- Softakrobatik / Soft Acrobatics
- Floorwork / Floor Work
- Dance Acrobatics
- Acro Dance
- Floor Acrobatics
- Movement etc.
Du kannst Tanzakrobatik in verschiedenen Konstellationen ausüben: als Solo, Parnter:innen- und Gruppenperformance. Wiederkehrende, typische Figuren sind dabei zum Beispiel: Sprünge, Drehungen, Handstand-Variationen, Rad-Varianten, Animal Moves und bodennahe Figuren wie Schulter- und Körperrollen.

Die 8 besten Gründe für die Tanzakrobatik
Mit der Tanzakrobatik hast du einen ganzheitlichen Mehrwert. Denn sie tut Körper, Geist und Seele gut. Hier kommen meine besten 8 Gründe für regelmäßiges Tanzakrobatik-Training:
- Sie stärkt deine Ganzkörperfitness und dein Körpergefühl. Du gewinnst an Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer und Kondition.
- Sie schafft einen Ausgleich zum Alltag. Tanzakrobatik hilft dir dabei, aus dem Kopf in den Körper zu kommen. Sie fördert deine Selbstwahrnehmung und deine Achtsamkeit. Beides erdet und zentriert, sodass deine innere Balance positiv beeinflusst wird.
- Die Tanzakrobatik wirkt sich positiv auf dein Mindset aus. Mit ihr stärkst du dein Gefühl von Selbstverbundenheit und dein Selbstbewusstsein. Denn mittlerweile ist nachgewiesen, dass Tanzen eine offenere Haltung, aber auch das eigene Selbstwirksamkeitsgefühl, Selbstvertrauen, die Resilienz und Gegenwartsorientierung stärkt.
- Die tänzerisch-akrobatischen Bewegungen und Choreographiearbeit fördern deine Kreativität und ermöglichen dir, dich kreativ auszudrücken.
- Dein inneres Kind wird sich freuen. Du erinnerst dich vielleicht noch, wie neugierig und spielfreudig du als Kind warst. Tanzakrobatik gibt deinem inneren Kind Raum für Bewegung und Spiel. Dieser Persönlichkeitsanteil bringt Freude, Lebendigkeit und Leichtigkeit in dein Leben.
- Back to your potential: Die Tanzakrobatik verbindet dich mit deinem natürlichen, ursprünglichen Bewegungspotenzial. Denn unsere Körper sind ursprünglich nicht dafür gemacht den ganzen Tag vor dem Computer zu sitzen. Dein Körper liebt eigentlich die Bewegung.
- Deine Stimmung hellt sich auf und Emotionen finden ihren Ausdruck. Wenn du dich tanzakrobatisch bewegst, schüttet dein Körper Glücksbotenstoffe aus und senkt gleichzeitig das Stresshormon Cortisol. Außerdem können beim Tanzen Emotionen durchlebt und losgelassen werden.
- Du lernst dich selbst besser kennen. Die Selbsterfahrung die du machst, verbindet dich mit dir selbst. Du schulst deine Selbstwahrnehmung und kannst sogar aus den Tanzakrobatik-Erfahrungen einen assoziativen Übertrag zum Alltag herstellen. Eine gute Frage dafür ist: Was nehme ich aus dem Tanzen für meinen Alltag mit?
Für wen ist Tanzakrobatik geeignet?
Niemand ist zu alt oder zu jung für die Tanzakrobatik. Du musst auch nicht wahnsinnig sportlich sein. Ich selbst habe mich lange für unsportlich gehalten und habe mit der Tanzakrobatik "erst" mit 24 begonne, einer meiner Freunde "sogar" erst mit über 40, und das war gar kein Problem. Das war während unserer Zirkuspädagogik-Weiterbildung an der Circus Akadem Berlin. Einen besonders leichten Einstieg hast du, wenn du eine grundsätzliche Fitness und Beweglichkeit mitbringst. Wenn du unsicher bist, ob Tanzakrobatik gut für dich ist, hast du auch immer die Möglichkeit, dir ärztlichen Rat einzuholen.

Du musst keine Vorerfahrungen haben oder dein halbes Leben getanzt haben, um mit der Tanzakrobatik anzufangen. Alle körperlichen Fähigkeiten wie Kraft, Flexibilität, Ausdauer und Technik, entwickelst du während des Trainings Schritt für Schritt. Und wie bei allen Zirkusdisziplinen, Tanzgenres und Sportarten, gibt es auch in der Tanzakrobatik Figuren und Bewegungen, die für Anfänger- und/ oder für Fortgeschrittene geeignet sind. Viel wichtiger als Vorerfahrungen oder Sportlichkeit, sind deine Neugier und die Freude an Bewegung.
Wenn du kreative Bewegung und kreativen Ausdruck suchst, ist Tanzakrobatik besonders wertvoll für dich. Sie ist perfekt für dich, wenn du den Wunsch hast, mit dir selbst in Kontakt zu kommen, und dich selbst (wieder neu) kennenzulernen. Sie bereichert dich, wenn du über dich selbst hinaus wachsen und dich selbst entfalten möchtest. Denn sie unterstützt dich dabei, selbstbewusster zu werden, aus dem Kopf in den Körper zu kommen und fördert ein positives Mindset.
So fängst du mit der Tanzakrobatik an
Was ich ebenfalls toll finde, ist, dass du kein extra Trainingsmaterial brauchst. Im Gegensatz zu anderen Zirkusdisziplinen und Sportarten, brauchst du bei der Tanzakrobatik weder Bälle, Matten noch eine bestimmte Kleidung. Du brauchst lediglich ausreichend Platz, bequeme Klamotten, in denen du dich wohlfühlst, und einen ebenen Boden. Ein optimaler Boden ist natürlich Tanzboden. Der ist eben, federt leicht und ist glatt genug für Slides, aber nicht zu rutschig, dass du austrutschst. Zuhause tut es aber auch ein Laminat- oder Linoleum-Boden, oder Ähnliches.

Allgemeine Tipps: Ich empfehle dir für den Anfang einen wöchentlichen Zeitslot für deine Tanzakrobatik. Mit einem regelmäßigen Training, sammelst du leichter Erfolge und bleibst "drin". Wichtiger als Perfektion und Leistungsdruck sind deine Offenheit und Freude an der Bewegung. Bleib nett zu dir selbst, auch wenn am Anfang noch nicht alles so leicht klappt. Das kommt mit der Wiederholung. Vielleicht ist es für dich auch besonders schön, wenn du mit einer oder mehreren Personen gemeinsam trainierst?
Für deine ersten experimentellen Tanzakrobatik-Sessions, suchst du dir am besten einen Ort, der mindestens 2 x 2 m Platz hergibt und einen ebenen, mäßig rutschigen Boden hat. Teppichboden geht notfalls auch, aber er eigent sich für manche Moves, wie Slides und Drehungen nicht.
Beginne mit 3 einfachen Warm Up-Übungen
1. Klopfe und streiche mit der flachen Hand deinen ganzen Körper aus: Arme, Beine, deinen Rücken, deine Brust, Po und Bauch.
2. Stell sich aufrecht hin, die Beine ungefähr hüftbreit auseinander. Gib aus deiner Hüfte einen Impuls, sodass du mit deinen Armen beginnst zu schlenkern. Dreh dich mit dem Oberkörper mit und folge dem Impuls, sodass du dich abwechselnd nach rechts und links drehst und Arme locker mitfliegen.
3. Bediene dich gerne dem Sonnengruß aus dem Yoga, um deinen ganzen Körper einmal durchzubewegen.


Deine ersten 3 Tanzakrobatik-Moves
Beginne für den Anfang mit einfachen Bewegungen. Wichtig dabei ist dennoch, dass du achtsam mit deinem Körper umgehst. Mach deshalb diese von mir vorgeschlagenen Moves nur, wenn du dich wohl mit ihnen fühlst. Bei Unsicherheiten hole dir Support durch eine andere Person, die dich ggf. halten oder beratschlagend unterstützen kann. Für deinen Tanzakrobatik-Start habe ich dir diese 3 Anfänger:innen-Bewegungen herausgesucht:
1. Halbe Drehung - ein Move im Stand: Stell dir auf dem Boden eine lange Linie vor, oder verdeutliche sie dir mit einem langen Seil, Klebestreifen etc. Stell dich mit hüftbreiten Beinen entspannt auf deine imaginäre oder echte Linie. Geh auf einem deiner Füße leicht auf die Zehen und versetze deinen anderen Fuß nach hinten auf die Linie, sodass du dich um 180° drehst. Die Drehung geht auch andersherum. Dafür versetzt du den nicht-zehenspitzen-Fuß über vorne auf die Linie.
2. Der Scheibenwischer - ein Move am Boden: Setz dich auf den Boden und zieh deine Knie an, sodass deine Beine aufgestellt sind. Stütze dich mit deinen Händen gemütlich hinter deinem Rücken auf. Lass nun beide Knie zur rechten Seite kippen, und wische mit dem linken, ausgestreckten Bein und Fuß nach rechts über den Boden und wieder zurück. In der Mitte angekommen, wechselst du die Seiten. Erst werden beide beine angezogen, und während des Kippens nach links, wischt dein rechtes Bein nach links über den Boden. Wechsel die beiden Seiten ab und lass daraus eine flüssige Bewegung entstehen.
3. Angedeuteter Handstand (eventuell zuerst mit einer supportenden Person, wenn du Angst hast hinten über zu fallen) - ein Move auf den Händen: Beginne im Stehen, indem du mit deinen Armen von hinten, nicht von oben, Schwung nimmst. Stell dir vor du tauchst nun mit deinen Händen in den Boden ein, während du die Hände auf setzt. Nimm den Impuls der Bewegung mit und kicke ein Bein lang nach oben. Das andere Bein bleibt Richtung Boden ausgestreckt. Der Handstand ist ein kleiner, angedeuteter Handstand. Du musst ihn nicht lange halten und ausbalancieren können.

Übe diese 3 Tanzakrobatik-Figuren so, dass du sie sicher kannst. Danach kannst du beginnen, sie miteinander zu kombinieren und anschließend zu variieren. So entstehen schnell und aus dem Flow heraus deine eigenen Bewegungskombinationen und sogar neue Moves!
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